November 16, 2021

INDIANA RIVER 9.0 – DAS SCHWEIZER TASCHENMESSER FÜR DEN BACH?

Was sagen die Schweizer über den Zuwachs in ihrer Produktpalette?

Das kleinere der beiden River SUPs ist der ideale Begleiter für alle Wildwasserabenteuer. Das aufblasbare 9’0 River SUP wurde in Zusammenarbeit mit dem Wildwasser-Experten René Lehmann entwickelt. Der Shape besticht durch eine funktionelle Outline, bei der die breiteste Stelle weit hinter der Mitte liegt. Diese spezielle Volumenverteilung in Kombination mit einer progressiven Rockerlinie im Bug-, wie auch im Heckbereich machen das Board äusserst wendig und präzise steuerbar. Ebenfalls dank dieser Volumenverteilung ist das 9’0er sehr kippstabil und bleibt beim Durchfahren von Wellenzügen sauber in der Spur. Mit einer extra PVC-Verstärkung im Bugbereich lässt die Woven Real Double Layer Konstruktion in Punkto, Steifigkeit, Haltbarkeit und Gewicht keine Wünsche offen. Supercool! US Split Fin Box & 4 x Air7 Click Fin Boxes, 4 Plug Elastic Cord, ¼ Inch Camera Connector

INDIANA PADDEL&SURF

So habe ich das INDIANA RIVER 9.0 kennengelernt.

Der erste Eindruck – Solide, wie erwartet.

Es fängt schon beim Rucksack an. Das ausgeklügelte Transportsystem ist dabei schon das eigentliche Schweizer Taschenmesser.

Das Paddel lässt sich so am Rucksack befestigen, dass man damit den Rucksack bequem ziehen kann. Was ich allerdings bis heute bei den Wildwasser Boards vermisse ist ein geeignetes Tragesystem, mit dem ich auch mal größere Strecken und unwegsames Gelände bewältigen kann. Ohne dass ich mir das Handling des Boards komplett zerhaue beim Transport auf dem Bach.

Aber zum Board – ehrliche Arbeit. Nicht die Verarbeitungsqualität wie bei den Premium-Boards der Marke. Aber sehr, sehr anständig – am Preis gemessen.

Der Look gefällt mir. Helle Farben und Pastelltöne. Was mir gleich auffällt: Der progressive Rocker. Hm. Dann schauen wir mal.

Hier kommen die harten Fakten

  • Länge 9.0 ft (274,3 cm)
  • Breite 34 inch (86,4 cm)
  • Dicke 6 inch (15cm)
  • Volumen 271 Liter
  • 1 Split Box (US) für Mittelfinne
  • 4 Sidefin-Boxen Click in/FCS
  • empfohlenes Rider Gewicht 75kg (easy) – 90kg (advanced)
  • Preis 999 EUR

SHAPE UND FINNENSETUP INDIANA RIVER 9.0

Die zwei Knackpunkte beim Shape eines Wildwasserboards sind sicher der Wide Point und die Rocker-Linie.

In beiden Punkten geht der Shaper – Rene Lehmann – einen eher konservativen Weg.

Der Wide Point liegt etwas hinter der mittleren Trageschlaufe.

Der progressive Rocker hebt die Nose etwas mehr an, als das Tail. Dieses wartet noch mit einem leichten Fish auf.

Was können wir also beim Handling erwarten? Während der WidePoint ein agiles Verhalten begünstigt, sollte die unterbrochene Rockerlinie für guten Speed und einigermaßen guten Geradeauslauf sorgen.

Aber wir sollten uns auch vor zu krassen Manövern in Acht nehmen, da die Form etwas an der second stability knabbern wird.

Und dann sind da noch die Finnboxen. Über die Mittelfinne gibts nicht viel zu sagen. Die Ausrichtung der Sidefins ist allerdings schon bemerkenswert.

Der große Winkel nimmt Geschwindigkeit heraus und gibt dem Board ordentlich Seitenführung.

Genug gequatsch. Ab auf den Bach. Schauen wir, wie das Setup funktioniert.

DAS INDIANA RIVER 9.0 AUF DER ISAR

Es ist Ende September. Wasser im Bach? Naja. Aber für unseren Testride genau richtig. Das Gefühl beim Aufsteigen im Ried… Jupp. Stabil. Auch für mich mit momentan 87kg Gewicht.

Ach ja, mein Finnensetup heute: zwei mini Sidefins – lang und flach. Ist halt shallow heute.

Die ersten Meter funktionieren gut. das Gelände ist nicht besonders ruppig. Das Schweizer Taschenmesser hält gut die Spur. Wie erwartet gehts auch ganz flott dahin. Jedenfalls für ein relativ kurzes Board.

Dann kommen die ersten kleinen kniffligen Stellen. Nicht schwierig, aber sie fordern Aufmerksamkeit. Und siehe da, hier kündigt sich auch schon die Eigenart des progressiven Rockers an.

Recht nervös gehts durch ein paar Hindernisse bei denen ich mich schräg zu den Wellen stellen muss.

Aber noch bin ich trocken.

Jetzt mäandert die Isar schön kurvig durchs Ried. Einmal mit der Nase zur Kurveninnenseite gestellt, hält es gut seine Position, ohne dass ich viel dazutun muss. Sehr angenehm.

Als nächstes die Stufe am Sportplatz. Hab ich schon erwähnt, dass es flach ist heute?

Also gut, ich hab Finnen dran. Bleib ich erstmal in der mittleren Position. Füße nur ganz leicht versetzt. Gut. Stufe runter und Zack. Nose Dive. Hab ich ja fast erwartet. Und trotzdem ab auf die Knie.

Okay. Nochmal. Nächster Versuch Oldschool. Gewicht etwas nach hinten. Versetzter Stand. Ratsch. Finnen auf dem Absatz. Ab in den Indian Stance.

Aber immer noch trocken.

Jetzt kommt der Kehrwasser-Spielplatz. Die ersten Kehrwasser paddle ich das Board aus der Mitte heraus im Parallelstand. Der Wide Point und die Finnenposition können hier leider ihre Vorteile nicht ausspielen.

Das Board reagiert durch den progressiven Rocker träge.

Das ändert sich sofort, sobald ich ganz Oldshool im Surferstyle die Nase aus dem Wasser hebe. Jetzt greifen die Finnen sogar, wenn ich die Kanten nicht viel belaste.

Die nächste Sektion ist ein Bereich mit einigen Blockwurfwehren.

Alles ganz gut, bis zum letzten Schwall.

Hier zeigt sich deutlich die Schwierigkeit mit dem progressiven Rocker.

Große Wellen und tiefere Löcher über gut 40 Meter.

Nosediving und die fehlende zweite Stabilität sorgen dafür, dass ich nur mit Mühe die 271Liter Volumen durch die Schnelle bringe. Es funktioniert. Aber spaßfrei.

Den Rest der Strecke macht das Indiana River 9.0 ohne Probleme.

Das relativ geringe Gewicht und die Abmasse des Boards sorgen für einen angenehmen Rückweg zu meinem Shuttle (Fahrrad).

Mein Fazit

Zähle ich Alles zusammen, ist das Indiana River 9.0 schon so etwas wie ein Schweizer Taschenmesser.

Die Qualität stimmt. Die Ausstattung ist richtig gut. Super Deckpad, tolle Griffe und alle D-Ringe an der richtigen Stelle. Bis auf die Halterungen des Gepäcknetzes. Die wünsche ich mir noch weiter zur Boardmitte platziert.

In Summe ergibt das Shaping ein Board, welches auch für einen Anfänger geeignet ist. Entgegen der Einstufung des Herstellers.

Wer im Advanced Bereich Oldshool unterwegs ist. Also das Board viel im versetzten Stand und mit dem Balancing im hinteren Drittel paddelt. Der wird durchaus Spaß mit dem Schweizer Riverboard haben.

Für Alle diejenigen, die eine zentrale Position im Board bevorzugen verdirbt der progressive Rocker etwas den Spaß.

Alles in Allem aber ein gelungener Allrounder fürs Wildwasser mit Ambitionen zum Creeker – ja wenn da nicht diese progressive Rockerlinie wäre.

Vor- vs. Nachteile

  • der Qualität angemessener Preis
  • sehr gutes Deckpad
  • Anfänger tauglich
  • schickes Design
  • robust trotz relativ geringem Gewicht
  • geringe zweite Stabilität
  • Nosedive gefährdet

Welche Erfahrung hast Du mit dem INDIANA RIVER 9.0? Schreib einen Kommentar.

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